Schloss Colditz
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Geschichte

  • 1046 Kaiser Heinrich III. übereignet seiner Gemahlin unter anderem den Burgward Colditz mit dem zugehörigen Besitz des Markgrafen Eckehard II.
    1083 Kaiser Heinrich IV. beschenkt Wiprecht von Groitzsch mit dem Burgward Colditz. Wiprecht gilt als erster Erbauer einer Burg.
  • 1158 Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) macht Colditz zum Reichsgut und setzt Thimo I. als Reichsministerialen ein. Das Besitztum Colditz und 20 kleinere Slawendörfer wurden zur Nutzung übergeben. Das war der Beginn einer fast 250-jährigen Dynastenreihe der späteren „Herren von Colditz“. Nach 1200 gründeten sie die eigentliche Stadt um den Markt. Wälder und brachliegendes Wiesen- und Ackerland wurde besiedelt und bestellt.
    Neben den ursprünglichen slawischen Dörfern Zschetzsch, Zschadrass, Zollwitz, Terpitzsch und Koltzschen entstanden große Kolonistendörfer wie Schönbach, Hohnbach, Thierbaum, Ebersbach und Tautenhain. Die bedeutende Stellung der Herren von Colditz endete mit Thimo VIII.
  • 1404 Colditz geht für 15000 Mark Silber in den Besitz der Wettiner über. Als Ergebnis zielstrebiger sächsischer Territorialpolitik wird Stadt und Land Colditz als wettinisches Amt in die Markgrafschaft Meißen eingegliedert.
  • 1430 Die Hussiten nehmen Colditz ein und stecken Stadt und Schloss in Brand.
  • 1464 Erneuerungsbau des Schlosses.
  • 1486 Kurfürst Ernst stirbt auf Schloss Colditz.
  • 1504 Der Bäckerknecht Clemens Bock steckt Colditz in Brand. Rathaus, Kirche, Schloss und ein Großteil der Stadt geht in Flammen auf.
  • 1506 Mit dem Neubau des Schlosses wird begonnen.
  • 1523 Der Tiergarten wird angelegt.
  • 1524 Umgestaltung des Schlosses, die Obergeschosse der Gebäude des hinteren Schlosses werden aufgesetzt.
  • 1553 - 1586 Kurfürst August und seine Gemahlin Anna Prinzessin v. Dänemark leben in Colditz (siehe Doppelwappen über der 2. Toreinfahrt).
    August lässt das Schloss zur Benutzung als Jagdschloss herrichten und baulich erweitern.
  • 1577 wurde der Baumeister Hans Irmisch und 1582 Peter Kummer der Ältere mit der Bauleitung beauftragt. Es kam zur grundlegenden Erneuerung des Colditzer Schlosses unter Beibehaltung spätgotischer, zwischen 1464 und 1524 entstandener Teile, wie den kräftig profilierten Flüsterbogen, das untere Geschoss des Fürstenhauses sowie der Fenster des
    Kirchenhauses. Lucas Cranach der Jüngere wird im Schloss Colditz mit Malereien beauftragt (1583).
  • 1603 Sophie, Witwe des Kurfürsten Christian I., verlegt ihren Wohnsitz und ihre Regierung über die Ämter Colditz, Rochlitz, Leisnig und Borna nach Colditz.
    Colditz wird Residenzstadt mit umfänglicher Hofhaltung und zahlreicher Beamtenschaft. Sowohl kulturell als auch wirtschaftlich erlebte Colditz eine Blütezeit. Sophie widmete sich nachdrücklich den Armen, der Kirche und der Stadt.
  • 1622 endete die Colditzer Wittumsregierung durch den Tod der Kurfürstin. Bis 1753 war das Schloss als Jagdschloss und Witwenresidenz sächsischer Kurfürstinnen immer wieder einer der zahlreichen Mittelpunkte der sächsischen Landesherrschaft.
  • 1694 August der Starke erwarb als Prinz das Schloss von seiner Schwägerin und nutzte es als Jagdschloss.
  • 1697 Die Blütezeit des Barock begann, in Sachsen wurden neue und schönere Schlösser gebaut. August wird König von Polen. Er und sein Sohn vernachlässigten das Schloss und die Stadt immer mehr. Das Schloss bleibt nur noch Verwaltungsmittelpunkt des Colditzer Amtes.
  • 1753 Das Schloss wird letztmalig vom kurfürstlichen Hofstaat aufgesucht, danach beginnt der bauliche Verfall.
  • 1787 Möbel und Bilder wurden öffentlich versteigert, sofern sie nicht als wertvolle Stücke schon vorher nach Dresden abtransportiert worden waren.
  • 1800 Das Schloss wird Armenhaus für den Leipziger Kreis.
  • 1803 Das Schloss wird Landesarbeitshaus.
  • 1829 Im Schloss wird anstelle des Arbeitshauses eine Landesversorgungsanstalt für unheilbare Geisteskranke eingerichtet. Namen, wie Ludwig Schumann, der zweitjüngste Sohn des Komponisten Robert Schumann, sowie Ernst Georg August Baumgarten, der als der eigentliche Erfinder des Luftschiffes gilt, stehen in den Patientenlisten des Krankenhauses Colditz.
  • 1864 Anstelle der Stall- und Wirtschaftsgebäude des vorderen Schlosses wird ein neuzeitlicher Renaissancebau errichtet.
  • 1876 Das Saalhaus im hinteren Schloss wird abgebrochen.
  • 1924 Die Anstalt für Geisteskranke im Schloss wird geschlossen.
  • 1933 - 1934 Im Schloss wird ein Schutzhaftlager eingerichtet. Etwa 600 Antifaschisten sind in Colditz 1934 inhaftiert.
  • 1939 - 1945 Das Schloss wird Gefangenenlager für alliierte Offiziere aus Großbritannien, dem Commonwealth, Frankreich, Belgien, Holland und Polen. Unter der Bezeichnung „Oflag IVC“ galt das Lager als ausbruchsicher. Trotz steil abfallender Felsen, Stacheldraht, zahlreicher Wachposten und Scheinwerferbestrahlung gelangen 30 Fluchten. Jede Nation hatte ihren Fluchtoffizier, für die Briten war es Pat Reid, der später das Buch „The Colditz Story“ schrieb. Die Bestimmungen der Genfer Konvention wurden weitestgehend eingehalten. Sport und Theaterspiel, musizieren und Sprachen erlernen gehörte zu den Alltagsbeschäftigungen der Gefangenen.
  • 1945 - 1946 Als Internierungslager wird das Schloss Sammelstelle für enteignete Guts- und Großgrundbesitzer und ihre Familien.
  • 1946 - 1996 Das Schloss wird wieder medizinische Einrichtung – ein Krankenhaus mit Hals-, Nasen- Ohren- und Augenstation, internistisches Krankenhaus sowie Operationstrakt und Pflegestation mit etwa 400 Patientenbetten.
  • 1996 Gründung der Gesellschaft Schloss Colditz e.V. Teilweise Nutzung der Gebäude durch das Museum der Stadt Colditz. Krankenhaus sowie Pflegeheim sind verlegt.
  • 1997 Beginn von Rekonstruktionsarbeiten im hinteren Schlosshof. Während dieser Arbeiten wurden historische Gegenstände entdeckt (unter anderem eine Holzdecke aus dem 15. und 16. Jahrhundert, Reste einer vergoldeten Ledertapete im ehemaligen Jagdzimmer von August I.)
  • 1997 - 2005 Fortsetzung der Rekonstruktions- und Renovierungsarbeiten des Schlosses.

  • Das Schloss ist Eigentum des Freistaates Sachsen und Bestand des Staatlichen Schlossbetriebes „Schlösser und Burgen im Muldental“ unter Leitung von Schloss Rochlitz. Die Gesellschaft Schloss Colditz e.V. mit Betreiberfunktion vor Ort hat Geschäftsräume, Räume für Kultur und Handwerk im Schloss angemietet und ist ab 2003 in alle Mietverträge zum Museum eingetreten, das sie nunmehr betreibt und bewirtschaftet.
letzte Aktualisierung: 13.04.2014 11:01 Uhr


projektgefördert durch
Kulturraum Landkreis Leipzig
Schloss Colditz
Öffnungszeiten:
  • April – Oktober
    täglich 10.00 Uhr – 17.00 Uhr
  • November – März
    täglich 10.00 Uhr – 16.00 Uhr
  • 23.12. – 26.12., 31.12., 01.01. geschlossen
Schlossführungen:
(mit Schwerpunkt Geschichte des Offizierslagers 1939 - 1945)
  • April – Oktober
    täglich Führungen 10.30 Uhr/13.00 Uhr/15.00 Uhr
  • November – März
    täglich Führungen 11.00 Uhr/14.30 Uhr
  • Führungen speziell zur Schlossgeschichte des 15. und 16. Jahrhunderts bitten wir vorher anzumelden.
Eintritt:
  • Fluchtmuseum
    4,00 Euro
  • Schlossführung
    9,00 Euro
  • reduzierter Tarif
    7,50 Euro
    (Schüler, Studenten, Schwerbeschädigte)
  • Gruppe
    (ab 16 Personen) 7,50 Euro pro Person
  • reduzierter Gruppentarif
    (ab 16 Personen) 5,50 Euro pro Person (Schüler, Studenten, Schwerbeschädigte)
  • Familienkarte
    29,50 Euro
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